Iron Reagan „Dark Days Ahead“ – Ohne Umwege direkt ins Gesicht

Bierduschen, Circle Pits, Crowdsurfing, Schweiß und blaue Flecken. Das ist es was mir in den Sinn kommt, wenn ich an Tony Foresta denke. Nun geht es hier aber nicht um seine Kombo Municipal Waste, sondern um seine nicht weniger energetische Thrashcore Kapelle Iron Reagan. Die Band aus Richmond im US Bundesstaat Virginia, veröffentlicht heute ihre EP „Dark Days Ahead“. Die 2012 als Nebenprojekt von Municipal Waste gegründete Band, kombiniert allerdings Hardcore-Punk mit Thrash Metal noch roher und dreckiger als MW es tut und ist seit geraumer Zeit schon viel mehr als nur ein Nebenprojekt. Während es bei MW hauptsächlich um Saufen und Partys geht, drehen sich die Inhalte bei Iron Reagan eher um persönlichere, sozialkritischere Themen. Der Stil bleibt währenddessen aber genau so aggressiv und ist, wie ich finde, noch mehr straight-forward als der ältere Bruder.

Wie es sich angehört hätte, wenn die Recording Studios in den Achzigern schon die Technik von heute gehabt hätten, könnt ihr in dem Song „Patronizer“, der ersten Auskopplung aus der auf Pop Wig Records erschienenen EP „Dark Ways Ahead“ hören. Mich würde wirklich sehr interessieren, ob es anderen auch so geht, aber ich höre aus dem Song das Jahr 1983 heraus. Genauer gesagt…ich höre „Kill Em All“. Zugegeben, Foresta ist nicht Hetfield, auch wenn er mich in „Patronizer“ stellenweise stark an ihn erinnert. Mir fallen auch sofort etliche Ähnlichkeiten zu Songs wie No Remorse, Seek and Destroy oder Creeping Death auf. Auch wenn letzterer nicht auf dem legendären Metallica Debutalbum vertreten ist. Es würde mich wirklich stark wundern, wenn sich die Jungs nicht davon hätten inspirieren lassen.

Der Rest der 5-Track EP knüppelt aber kompromisslos und ohne Umwege weiter nach vorne. Thrash-Keule gepaart mit Punk-Attitüde und Hopfengeschmack. Geil. Der Opener „Authority“ ist mehr HC als Thrash und platzt fast vor Energie. Im darauf folgenden Titeltrack gibt es sogar einen kleinen Singalong. „Watch you Die“ ist der perfekte Closer und wird live einfach nur alles niederreißen. Landphil Hall, der bei Iron Reagan an der Gitarre schrubbt und bei Municipal Waste als Basser am Werk ist, hat hier ordentliche Arbeit geleistet. Die Gitarren sind ein Brett. Auch der Rest der Kapelle hat, wie erwartet, abgeliefert und man hört sofort, dass die Jungs diese EP mit Leichtigkeit, aber vor allem mit viel Bock eingezockt haben. Genau das bringen sie übrigens auch live immer zu 100% rüber.

„Dark Days Ahead“ ist eine willkommene Fortsetzung von beispielsweise „The Tyranny of Will“ aus 2014 oder „Crossover Ministry“ aus 2017 und kommt wieder unglaublich knackig um die Ecke. Die Jungs wissen einfach wie es geht. Ich finde die Scheibe mega und empfehle sie guten Gewissens weiter.

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Alle Fotos wurden von der Iron Reagan Facebook Page übernommen.

 

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