Punkrock, Bier und WDR4 – Snareset im Interview mit 130PHON

Faust in der Luft, Schweiß, der von der Decke tropft und mehr Bier in den Haaren, als im Becher. So fängt die Biographie von Snareset an. Das beschreibt schon mal ganz gut, was Christoph, Michael, Flori und Felix so auf die Beine stellen. Geilen, nach Skateboard und Strand klingenden Punkrock, mit einer Prise Hardcore. Nicht umsonst waren sie schon öfter als Vorband für Ignite unterwegs.

Was die 4 verrückten aus Greven mit 130PHON zu besprechen hatten, könnt ihr im folgenden Interview lesen.

Hört euch während dessen ruhig mal ihr aktuelles Werk „Back to where we´ve never been“ auf No Panic! Records an, welches ihr auf der Bandcamp Seite der Truppe downloaden könnt. Den Link dazu findet ihr ganz unten in diesem Beitrag.

Snareset im Interview mit 130PHON

130PHON:
Hi Jungs, schön das ich nerven darf.
Ihr feiert dieses Jahr bekanntlich eurer 10 jähriges. Woher kennt ihr euch und wie hat das alles angefangen?

Snareset:
Hi Heiko! Danke, dass du dich für uns interessierst! Angefangen hat das alles 2007 damit, dass Felix und ich (Christoph) zusammen angenfangen haben im Keller unserer Eltern Krach zu machen, nachdem Felix sich über Kleinanzeigen in der Zeitung
ein Drumset organisiert hat und ich meine erste E-Gitarre bekam. Wir kannten uns also schon unser ganzes Leben, weil wir Brüder sind. Da wir noch einen Bassisten brauchten und ich Flori eh seit dem Kindergarten kenne und er damals nebenan wohnte, war das am naheliegendsten, dass er rekrutiert wurde. Der Musikgeschmack stimmte sowieso und ein Bass war schnell gekauft und gespielt. Bis 2012 hatten wir noch Martin, unseren damaligen Sänger dabei, der die Band mit uns gründete. Fulltime singe ich also erst seit ungefähr 5 Jahren. 2010 stieg Mitch an der zweiten Gitarre ein um das ganze endgültig zu komplettieren. Mitch kannten wir über Martin und deren alte Band Full Nelson.

130PHON:
Wie entstehen bei euch neue Songs? Produziert ihr zu Hause vor, oder entsteht alles beim Jammen im Proberaum?

Snareset:
Hauptsächlich läuft das bei uns so, dass ich mit einem Riff und einer Gesangsmelodie in den Proberaum komme und Felix dazu einen Beat spielt. Das nehmen wir dann meistens auf, so dass die anderen auch wissen, worum es geht. Dann bringt jeder beim Proben seine Ideen mit ein, bis ein Song daraus wird. Aber ja, meistens spiele ich zuhause auf meiner Akustikgitarre rum und schreibe Texte.

130PHON:
Wie seid ihr zu eurem aktuellen Label „No Panic! Records gekommen?

Snareset:
Als wir 2014 unsere EP „Back To Where We’ve Never Been“ aufgenommen und die ersten CDs in Eigenproduktion verkauft hatten, dachten wir uns, dass es das ja noch nicht gewesen sein kann.
Wir wollten die EP nochmal „richtig“ rausbringen, weswegen ich verschiede Labels kontaktierte. Ronny von No Panic! hatte ziemlich Bock drauf, weswegen dann die Zusammenarbeit zustande kam. Leider musste er das Label aus Zeitgründen letztes Jahr aufgeben. Er hat das alles alleine neben seinem Job und dem Privatleben gemanaged. Solche Typen braucht die Szene. Danke Ronny!

130PHON:
Was hört ihr in eurer „Freizeit“? Seid ihr straighte Hardcore / Punk Hörer, oder schaut ihr über den Tellerrand?

Snareset:
Also hauptsächlich hören wir alle Punkrock und wissen meistens, was gerade so szenemäßig abgeht. Warum sollten wir Musik spielen, die wir selber nichtmal wirklich hören? Das hat für mich noch
nie so richtig Sinn gemacht. Klar hören wir aber nicht nur Punk oder Hardcore. Im Van läuft zum Beispiel ab und zu HipHop oder Sachen wie Queen oder Phil Collins. Auf sehr langen Fahrten machen wir manchmal das Radio an und hören WDR4. Das kann man mittlerweile echt gut hören!

130PHON:
Ich hatte das Glück euch in Hannover vor Ignite zu sehen. Ich finde euer Sound passt gut dazu, ihr klingt auch irgendwie nach Kalifornien. Ihr habt ja mittlerweile schon öfter im Vorprogramm für Ignite gespielt. Wie kam es zu der Möglichkeit die Jungs aus Orange County zu supporten?

Snareset:
Hehe, Danke für das Kompliment! Das kam relativ unerwartet und spontan. Die erste Show mit den Jungs war die in Hannover, welche wir glücklicherweise als Ersatzshow für eine Show in Braunschweig gebucht bekommen haben. Nach der Show kam Brett, Bassist von Ignite, zu mir und sagte, dass er unsere Show echt cool fand und fragte, was wir denn wohl am Dienstag nächste Woche vorhaben. Er würde uns gerne als Support für deren Show in Nürnberg im Hirsch dabei haben, da es ein Missverständnis gab und die da jetzt keine Vorband hätten. Bei uns hat das terminlich alles gepasst, weswegen wir dann auch die Show mit Ignite spielten. So kam dann der
Kontakt zustande, so dass wir noch zusammen in Hamburg und Münster spielten. Wir sind einfach Fanboys mit viel Glück!

130PHON:
Ihr habt aktuell noch einen sehr vollen Tourplan. Ist schon geplant, wann ihr ins Studio geht und das nächste Album aufnehmt?

Snareset:
Wir sind tatsächlich schon am Schreiben und haben ungefähr ein Grundgerüst für die Hälfte der Songs fürs neue Album stehen. Realistisch für einen Studio oder Releasetermin ist aber wohl erst das Ende des nächsten Jahres.

130PHON:
Ist in nächster Zeit noch ein Date in Hannover geplant?

Snareset:
Leider erstmal nicht. Aber wir sind für alles offen! Also Promoter und Veranstalter, meldet euch bei uns!

130PHON:
Ihr seid ja mittlerweile auch schon ziemlich rumgekommen. Wo habt ihr die Stimmung am intensivsten empfunden, und wie ausgeprägt ist die Hardcore / Punk Szene bei euch in Greven?

Snareset:
Hmm. Ich sag erstmal was zu Grevener Szene. Es gab früher ziemlich viel Metal hier, Punkrock war eher immer schwierig. Konzerte finden eher sporadisch statt, wenn
man nicht selber was aufzieht. Aber wir beschweren uns nicht, aus Greven kommt man gut nach Münster oder Emsdetten, da geht schon einiges mehr, haha. Unsere Homebase, was Konzerte angeht, ist hier in Greven allerdings das Kesselhaus. Da machen wir seit Jahren Konzerte, die auch immer gut besucht sind. Sehr unkomplizierter, kleiner Laden! Generell würde ich sagen, dass die Stimmung immer da am intensivsten ist, wo die Leute engagiert und nett sind. Als Band merkt man, wenn der Veranstalter sich wirklich
um dich kümmert und Bock hat, dass du auch Spaß an dem Abend hast. Das merkt das Publikum dann auch, egal wie viele Leute da sind. Shows, bei denen der Veranstalter dir zwischen Tür und Angel eben zwei Biermarken zusteckt, dir eben zeigt, wo das Mischpult steht und den Rest des Abends dir überlässt sind da eher stressintensiv als spaßig.

130PHON:
Wie sieht euer Alltagsleben so aus? Job? Studium? Freundin?

Snareset:
Felix und Flori sind Studenten. Flori ist ein bisschen eingespannter, weswegen unser guter Freund Michel von Hal Johnson öfters bei uns am Bass einspringt. Mitch ist als Veranstaltungstechniker selbstständig und ich bin Heilerziehungspfleger und arbeite an einer Schule, weswegen ich ebenfalls viel Zeit zum Touren habe. Unsere Freundinnen sind sehr tolerant, was das Touren angeht. Sind einfach die besten!

130PHON:
Dann sage ich mal Danke und wünsche euch noch einen schönen Restsommer, mit vielen geilen Momenten. Schön das ihr geantwortet habt, macht weiter so!

Snareset:
Wir danken dir, dass du dir diese Fragen ausgedacht und dich mit uns beschäftigt hast!

Snareset Facebook

Snareset Bandcamp

Photo Credits:

Alle Fotos sind fein säuberlich von der Snareset Facebook Page gezockt. Anzeige is raus.

Folge uns und teile diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar