Symbiose aus Gamingliebe und Techno – Remute im Interview mit 130PHON

Der 1983 in Belgrad geborene Denis Karimani aka Remute verbindet wie kein zweiter die Liebe zu Retro Games, 8bit Sounds und Rave Euphorie. Seine ganz spezielle Art Techno zu produzieren, live zu performen und zu vermarkten ist einzigartig und hat einen hohen Wiedererkennungswert. Remute Tracks klingen immer nach Remute. Und das ist auch gut so. Wer ihn einmal live erlebt hat, wird dieses Erlebnis nicht vergessen und seinesgleichen suchen.

Angesichts seines kommenden nächsten Albums, habe ich ihm ein paar Fragen stellen dürfen. Das Interview könnt ihr weiter unten lesen.

Seit er 2008 sein eigenes, selbst betiteltes Label „Remute“ gegründet hat, ist er weltweit unterwegs und bespielt bekannte Festivals und Clubs wie z.B. das Berghain. Er ist gefragter Remixer für Artists wie Kid Alex aka Boys Noize, GusGus, Justin Robertson und Solomun. Er selbst wurde geremixed von Paul Kalkbrenner, DJ Rush, Legowelt oder Snuff Crew, um nur einige zu nennen.

Der passionierte Retro Gamer schreibt Artikel für das Gaming Magazin „Return“ und verwendet immer wieder gewisse Sounds und Geräte aus dieser Gaming Zeit in seinen Produktionen. Was in seinem 2013er Album „Theme Tunes for 10 Games never made“ sehr gut hörbar ist. Auch in seinem 2016 erschienenen Video zu „Bear“ wird es wieder sehr deutlich, denn das Video ist von Siactro im N64 Style animiert worden.

Seit einiger Zeit, released er am laufenden Band neue Tracks, die sich auf die täglichen Headlines und das aktuelle Zeitgeschehen beziehen. Er hat ein Album als USB Stick veröffentlicht und eins auf Kasette. Es ist fast unmöglich, alles was der Typ macht in einen Beitrag zu quetschen. Ich empfehle dringenst mal in seinen Werken zu stöbern. Hier aber nun das Interview das ich mit ihm führen durfte.

Remute im Interview mit 130PHON

130PHON:

Hi Denis, schön das du kurz Zeit hast. Ich habe mir vor einiger Zeit deinen Weetamix Mitschnitt angehört und war schwer beeindruckt. Nun arbeitest du schon wieder an deinem nächsten Album. Du hast so einen wahnsinnigen Output, das ich bei deinen ganzen Veröffentlichungen nich mehr hinterherkomme 😉 Dein wievieltes Album ist das jetzt und wann ist VÖ?

Remute:
Ich gebe mir Mühe!
Also wenn man diverse Single-Compilations weglässt (wie z.b. mein Best Of „Classics“, of course), dann wird das mein achtes Album – „Limited“ wird es heißen.
Der Release ist für Ende Oktober geplant.

130PHON:

Du machst ja alles selbst. Wie lange ist es her, das du einen Track bei einem anderen Label außer deinem eigenen released hast und was war der Grund für deinen Ausstieg aus der „Knebel-Label-Landschaft“?

Remute:
Selbermachen fühlt sich einfach am besten an – für einen Großteil meiner Releases wähle ich seit fast 10 Jahren die DIY-Methode, weil ich absolut allergisch auf kreative Kompromisse reagiere und ich einfach vollste Kontrolle über alles haben muss!
Ab und zu kommt es aber auch vor, dass ich auch mit befreundeten Labels zusammenarbeite, wie z.b. mit Snork, Bleepstreet, Carizma und AVEX aus Japan oder auch Telefuture, mit denen ich ein Kassetten-Album 2014 gemacht habe…

In Zukunft wird es auch immer wieder mal kleine kooperative Ausflüge geben…
ABER:

Die Zeit der exklusiven Label-Deals ist definitiv vorbei und eigentlich für keinen mehr empfehlenswert…

130PHON:

Ich kenne dich noch als reinen Liveact. Mittlerweile spielst du aber auch DJ Gigs. Was machst du lieber und was für ein Setup nutzt du für deine DJ Sets am liebsten? Oder anders…Chris Liebling oder Sven Väth? 😀

Remute:
In nächster Zeit wird es überwiegend Remute-DJ-Gigs geben.
Ich nehme das „Discjockeing“ äusserst wörtlich und werde überwiegend mit 3,5“ Floppy Disketten auflegen – man darf gespannt sein.
Da ich ungern zig Tracks übereinander (re-)mixe und dann doch eher klassisch 2 Songs nacheinander miteinander sinnvoll verwebe, würde ich sagen: Sven Väth.

130PHON:

Wie viel Zeit verbringst du in der Woche im Studio, oder mit deinen Maschinen? Hast du so eine Art Zeitplan?

Remute:
Das Studio verbringt eher Zeit mit mir!
Ich habe meine Werkzeuge immer um mich herum – an feste Zeiten könnte ich mich nie halten. Manchmal gibt es die „Eingebung“ nachts um 4, manchmal morgens, manchmal nachmittags um 13:37 Uhr…

130PHON:

Aus eigenem Interesse weiß ich, das dich die Gaming Anfänge sehr inspiriert haben. Das hört man auch in deiner Musik, finde ich. Wie kam es dazu, das du für das Return Magazin schreibst?

Remute:

Remute ist eigentlich die Summe aus Gaming und Acid-House – vereinfacht gesagt. Diese Wurzeln habe ich nie vernachlässigt…
Da ich mich nachwievor auch noch sehr intensiv, aktiv sowie passiv, quasi vor und hinter den Kulissen, mit dem Thema Gaming beschäftige, kam ich vor ein paar Jahren mit dem Return-Magazin in Kontakt, welches nach Autoren suchte, die sich mit 16Bit-Games gut auskennen – definitiv mein Fachgebiet.

130PHON:

Meiner Kenntnis nach, hast du damals im Hamburger Golden Pudel Club dein erstes „richtiges“ Liveset gespielt. Nun gab es ja endlich die Wiedereröffnung…wirst du in nächster Zeit wieder dort spielen?

Remute:
Ausgeschlossen ist nichts – wunderbar, dass sie wieder aufmachen und vorallem weitermachen!
Wobei ich finde, dass der damalige Pudel, welcher ja ein absoluter Mikro-Club war (mit 50 Leuten proppevoll), wenig mit dem heutigen Pudel zu tun hat, der ja mittlerweile eine gängige Kapazität aufweist. Ein „früher war alles besser“ geht mir eigentlich selten über die Lippen, aber ich muss in diesem Fall anmerken, dass das Feeling dort einfach…intensiver war.

130PHON:

Ich finde deine Art von Techno, Electro, oder wie auch immer du deinen Sound bezeichnen willst, hat eine gewisse rotzige, punkige Art an sich. Wie stehst du zu Punk, hast du einen gewissen Background zu Punkrock, oder warst du immer mehr der „elektronische“ Typ?

Remute:
Obwohl ich durchaus gerne Fun-Punk-Bands wie z.b. Mean Jeans usw. höre und die DIY-Attitüde der Punks sehr gerne mag, würde ich mich selber eher weniger als Punk bezeichnen.
Eher als Cyberpunk. ; )

130PHON:

Was sind die nächsten Projekte oder Gigs auf die du dich am meisten freust, und warum?

Remute:

Ich freue mich definitiv am meisten auf das Release meines neuen Albums „Limited“.
Es wird ziemlich besonders in seiner Machart. Was es damit auf sich hat, wird allerdings erst kurzfristig Ende Oktober enthüllt – genauso wie eine Reihe von neuen DJ-Gigs national und international. Während andere über Vinyl vs. Digital vs. USB vs. Sync vs. NoSync diskutieren, widme ich mich dem Discjockeing mit der guten alten Floppy Diskette. Rauher, brutaler und kickender als je zuvor! 8-Bit macht es möglich…

130PHON:

Ich bin echt gespannt, was diese „besondere Machart“ ausmacht und werde mir das Album definitiv ganz genüsslich rein tun, wenn es dann draußen ist.

Alles klar, danke dir für deine Zeit Denis. Ich freue mich auf alles weitere das aus deinem Kopf, durch deine Maschinen, in meine Ohren geht und wünsche dir weiterhin viel Erfolg und ganz wichtig…Spaß an der Sache! 😉

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