Terror – Total Retaliation – Album Review

Wer sich auch nur ein bisschen im Hardcore Universum bewegt, kommt an einem Namen mit Sicherheit nicht vorbei. Terror. 2002 in Los Angeles gegründet, gehören sie eigentlich zur späteren Generation von Hardcore Bands, aber mit New School hat das trotzdem nicht wirklich etwas zu tun. Scott Vogel und seine Freunde spielen astreinen straight forward Oldschool Hardcore mit dezenten Metal Einflüssen. Ich denke nicht, dass ich diese Band noch irgendjemandem vorstellen muss. Sie sind schon lange eine Institution und gehören wie Sick of it all, Madball, oder Agnostic Front zu den Vorzeigebands des Genres. Auch wenn sie erst verhältnismäßig spät auf der HC Bildfläche erschienen, sind sie seither Global Player und vertreten die Hardcore Ideologie wie fast keine zweite Band. Nicht zuletzt wegen ihres Frontmannes, der Hardcore lebt, liebt und mit jedem Atemzug atmet. Hierzu empfehle ich dringend die Doku Terror – Keepers of the Faith anzuschauen und sich genau das aus erster Hand bestätigen zu lassen.

Seit der letzten EP „The Walls Will Fall“ die 2017 auf Pure Noise Records released wurde, gab es von der Band keine neuen Veröffentlichungen mehr. Das letzte Studioalbum „The 25th Hour“ aus 2015 wurde auf ausgiebigen Touren 3 Jahre lang mit Moshpits und diversen verdienten blauen Flecken zelebriert. Zu Recht, denn es ist ein starkes Album, genau wie alle anderen Werke der LAHC Band. Meines Erachtens ist kein einziges Album dabei, das nicht zu 100% real ist und kompromisslos nach vorne geht. Als ich vor einiger Zeit gelesen habe, dass es ein neues Album mit angeschlossener Tour geben wird, war ich gelinde gesagt aus dem Häuschen. Nachdem ich Terror neulich bei uns in Hannover in der Faust im Zuge des Still Cold BBQs erlebt habe, freue ich mich auf das nächste Konzert und neues Futter aus LA.

Und jetzt ist es endlich soweit. TOTAL RETALIATION ist heute am 28.09.18 auf Nuclear Blast erschienen, nachdem das Label Anfang 2018 eine Zusammenarbeit mit Terror angekündigt hatte.

Also schnell nen Kaffee gemacht, Kopfhörer auf und Vollgas. Und genau das ist Total Retaliation…Vollgas. Geil! Ich habe allerdings auch nichts anderes erwartet. Eins wird auch am Anfang gleich klar: Das Album ist mega fett produziert. Dicke Gitarrenwände, ein drückender aber nicht tot komprimierter Bass und ein schönes Drumrecording. Wobei mir die Snare etwas zu dumpf ist und schon etwas mehr knallen könnte, aber das ist nur mein persönlicher Geschmack. Scott´s Shouting ist gewohnt energetisch und trifft auf den Punkt. Typisch Terror also, keine Experimente und das ist gut so. Mit „This World Never Wanted Me“ startet der 13 Tracker etwas groovig und mit angezogener Handbremse, wie ich finde. Diese wird aber direkt im Anschluss mit „Mental Demolition“ nicht nur gelöst, sondern direkt ausgebaut und in ihre Einzelteile zerpflückt.

Jetzt geht es das ganze Album lang einfach nur nach vorne und Scott rotzt uns mit einer angenehmen Prise Hass seine Meinung ins Gesicht. Teils punkig, teils metallisch läuft die ganze LP durch und erzwingt durch einige schöne Breakdowns Kopfnicken und Fußzucken. Zwischendurch war ich bei dem Rapsong „Post Armageddon Interlude“ überrascht. So etwas habe ich von Terror noch nie gehört, hätte es auch nicht erwartet. Allerdings passt der Song gut ins Album und an die Stelle der Tracklist, gerade auch in Anlehnung an die vorher erwähnten Breakdowns aus „In Spite Of These Times“. Der folgende Titelsong knallt direkt wieder. Ich kann den Pogo und das Moshpit förmlich riechen. „Spirit Of Sacrifice“ ist quasi das „Overcome“ für 2019. Ein gelungenes hymnenartiges Brett, mit einem feinen Breakdown am Ende und einem Refrain, der mit der Faust in der Luft mitgebrüllt werden will. Mit „Resistant To The Changes“ macht Vogel noch einmal eindeutig sein Standing klar und bestätigt mich in meiner Annahme:

Terror ist Terror und das bleibt auch so!

Ich finde die neue Platte sehr gelungen und ich freue mich schon auf die nächste Tour. Total Retaliation gehört in jedes Plattenregal, neben die anderen Terror Alben und die ganzen anderen Hardcore Klassiker, denn genau das wird es. Ein Klassiker. So wie „One With The Underdogs“ und „Keepers Of The Faith“ vorher.

Gut gemacht und danke dafür!

Terror Facebook

Nuclear Blast

Alle Fotos wurden der Terror Facebook Seite entnommen

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